Demenz-Report zeichnet düstere Prognose für ostdeutsche Städte

Datum: 23.02.2011

Demenz-Report zeichnet düstere Prognose für ostdeutsche Städte


In weiten Teilen Ostdeutschlands gibt es einer neuen Studie zufolge bereits in 15 Jahren doppelt so viele Demenz-Kranke wie heute.

Die Zahl der an Altersdemenz erkrankten Menschen in Deutschland wird in den nächsten 15 Jahren weiter steigen - jedoch fällt die Entwicklung regional sehr unterschiedlich aus.

Ostdeutsche Städte und Kommunen werden wegen ihres vergleichsweise hohen Anteils älterer und der Abwanderung jüngerer Menschen besonders stark betroffen sein. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Demenz-Report des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung hervor.
Landkarten der Demenz
Darin werden erstmals sogenannte "Landkarten der Demenz" für alle Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gezeichnet. Demzufolge würde die in Ostsachsen gelegene Stadt Hoyerswerda mit 3660 Betroffenen je 100.000 Einwohner einen bundesweiten Spitzenwert erreichen.

Ost-West-Gefälle

Westdeutsche Kreise wie Cloppenburg und Vechta in Niedersachsen bleiben dank ihrer überdurchschnittlich hohen Geburtenzahlen hingegen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

Dies gilt auch für den erweiterten Speckgürtel um die bayerische Landeshauptstadt München. Dort zieht das Angebot an Arbeitsplätzen junge Menschen an.

Instituts-Leiter Dr. Reiner Klingholz betonte, die Demenz stelle Gesellschaft und Politik vor neue Herausforderungen. "Diese sind gerade dort am größten, wo die Jungen abwandern und die zurückbleibenden Älteren zum Teil von Armut bedroht sind", betonte Klingholz.

Entscheidungshilfe

Die "Landkarte der Demenzen" solle Entscheidungsträgern in Kommunen, Kreisen, Kantonen und Bezirken dabei helfen, Versorgungsangebote für Betroffene besser planen zu können.

Aussagen macht die Studie auch zu den Kosten der Demenz. Genannt werden 42.500 Euro, die jährlich für einen Demenz-Kranken anfallen. Diagnose, Arzneien und Arztbesuche bilden dabei den kleinsten Posten.

Der Löwenanteil entfällt auf Pflege und Betreuung. Den größten Anteil der Betrreuungskosten müssen die Betroffenen oft selber tragen.
Quelle: Ärztezeitung online

Autor: Cornelia Schulze

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