Reise ins Vergessen

Datum: 02.02.2011

Reise ins Vergessen


Deutsche Alzheimer Gesellschaft kommentiert die ZDF Dokumentation „Reise ins Vergessen“ : Wir brauchen eine breite Aufklärung und Unterstützung Demenzkranker und ihrer Familien

Zweiter Teil am 8. Feburar
Die am 1. Februar 2011 zur Hauptsendezeit ausgestrahlte ZDF Dokumentation „Reise ins Vergessen. Leben mit Alzheimer“ von Uta Claus und Bodo Witzke (der zweite Teil folgt am 8. Februar 2011 um 20.15 Uhr) griff ein Thema auf, das in Deutschland 1,2 Millionen Menschen und ihre Familien betrifft. Die Autoren haben mehrere Personen mit einer Demenzerkrankung und ihre Angehörigen ein Jahr lang begleitet.
Sensible Porträts
Entstanden sind sensible Porträts, die zeigen, wie schwer es ist mit einer Demenzerkrankung zu leben, aber auch, wie Menschen versuchen, das Beste daraus zu machen. Etwa Sepp Friedrich, der mit den Symptomen der beginnenden Demenz kämpft und von seiner Frau Barbara unterstützt wird. Ihr Motto ist „Jeden Tag etwas Schönes“. Sie besuchen Freunde, machen Ausflüge, und er geht nach wie vor wöchentlich in die Sauna. Viel schwieriger ist die Situation für das Ehepaar Briem. Seine Demenz ist weit fortgeschritten, er ist auch körperlich schwer pflegebedürftig und manchmal aggressiv. Nur mit der Hilfe der Nachbarin kann seine Frau ihn zu Hause betreuen.
Bewegender Bilder
Dazu sagte Heike von Lützau-Hohlbein, Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft: „Die Dokumentation zeigt ein bewegendes, vielfältiges Bild von Demenzkranken und ihren Angehörigen. So wird sehr deutlich, was betreuende und pflegende Angehörige mit Liebe und Geduld leisten. Manche gelangen körperlich und seelisch an den Rand ihrer Kräfte. Ihre Leistungen sollten viel mehr gewürdigt werden. Ohne sie würde unser Sozialsystem zusammenbrechen. Wir dürfen die Betroffenen nicht alleine lassen. Die Familien brauchen angemessene Unter-stützung, etwa durch Kranken- und Pflegeversicherung, die aber auch durch bürgerschaftliches Engagement ergänzt wird. Eine rücksichtsvolle, demenzfreundliche Gesellschaft wäre ein Gewinn für uns alle“.
Weitere Infos im Netz
Hierfür und für eine breite Aufklärung über Demenzerkrankungen setzen sich die Deutsche Alzheimer Gesellschaft und ihre 123 regionalen Mitgliedsgesellschaften mit verschiedensten Hilfsangeboten ein. Etwa durch umfangreiche Informationen im Internet und eine Reihe von Broschüren (siehe unten).

Die Dokumentation des ZDF wird ergänzt durch ausführliche Informationen im Internet. Zu sehen sind u.a. Interviews mit der Erkrankten Helga Rohra, Bernd Hartmann, der seinen Vater pflegt, Heike von Lützau-Hohlbein, der Vorsitzenden der Deutschen Alzheimer Gesellschaft sowie deren 2. Vorsitzenden, der Rechtsexpertin Bärbel Schönhof.
http://dokumentation.zdf.de/ZDFde/inhalt/1/0,1872,8201505,00.html

Autor: Cornelia Schulze

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