Hirnliga will bessere Behandlung von Demenzerkrankten
Datum: 13.01.2011
Hirnliga will bessere Behandlung von Demenzerkrankten
Demente Kassenpatienten sind schlechter dran
Weniger als 20 Prozent der gesetzlich krankenversicherten Demenzkranken erhielten indikationsgerecht Antidementiva. Das hat der Gerontopsychiater Hans Gutzmann aus Berlin bei einem Symposium der Hirnliga in Frankfurt am Main kritisiert. Bei privat Versicherten seien es doppelt so viele.
Stationäre Demenz-Behandlungen zu teuer
Nach einer Erhebung würden fast 90 Prozent der Neurologen einem Verwandten bei entsprechendem Bedarf einen Acetylcholinesterasehemmer verordnen und 64 Prozent der Hausärzte. Selbst verordnen sie diese Medikamente jedoch nur bei 44 und neun Prozent ihrer Patienten. Budgetrestriktionen würden von Haus- und Fachärzten als wichtigste Ursache dafür benannt, dass stationär begonnene Antidementiva-Behandlungen nicht fortgeführt werden.
Gute Demenztherapie, weniger Pflegebedarf
Bei den Krankenkassen würden Demenzerkrankungen im Wesentlichen als Pflegeproblem angesehen, meinen Vertreter der Hirnliga, weniger als medizinisches Problem und behandelbare Krankheit. Bei adäquater Therapie könne jedoch der Pflegebedarf verzögert werden, was Kosten sparen würde.
Nationaler Demenzplan
Daher sprechen sich Experten der Hirnliga dafür aus, Krankenkassen und Pflegekassen zusammenzulegen, um vorhandene Hemmnisse bei der Therapie und Pflege Demenzkranker zu beseitigen.
Professor Ralf Ihl aus Krefeld forderte einen nationalen Demenzplan wie in Frankreich oder in den USA. "Wir müssen all die Aktionen, die wir in der Republik gegen Demenz unternehmen, sei es auf politisch-lokaler Ebene oder auf Forschungsebene, koordinieren!", sagte Ihl.
Ein nationaler Demenzplan solle Ziele vorgeben. Die erforderlichen finanziellen Mittel, um diese zu erreichen, sollten bereitgestellt werden. Letztlich müsse dies dann auch auf europäischer Ebene angegangen werden.
Derzeit leiden etwa 1,4 Millionen Menschen in Deutschland an Demenz, davon 60 Prozent am Alzheimer-Typ. Für 2050 wird prognostiziert, dass sich die Zahl der Alzheimer-Patienten verdoppelt oder gar verdreifacht haben wird.
Quelle: Ärztezeitung online
Weniger als 20 Prozent der gesetzlich krankenversicherten Demenzkranken erhielten indikationsgerecht Antidementiva. Das hat der Gerontopsychiater Hans Gutzmann aus Berlin bei einem Symposium der Hirnliga in Frankfurt am Main kritisiert. Bei privat Versicherten seien es doppelt so viele.
Stationäre Demenz-Behandlungen zu teuer
Nach einer Erhebung würden fast 90 Prozent der Neurologen einem Verwandten bei entsprechendem Bedarf einen Acetylcholinesterasehemmer verordnen und 64 Prozent der Hausärzte. Selbst verordnen sie diese Medikamente jedoch nur bei 44 und neun Prozent ihrer Patienten. Budgetrestriktionen würden von Haus- und Fachärzten als wichtigste Ursache dafür benannt, dass stationär begonnene Antidementiva-Behandlungen nicht fortgeführt werden.
Gute Demenztherapie, weniger Pflegebedarf
Bei den Krankenkassen würden Demenzerkrankungen im Wesentlichen als Pflegeproblem angesehen, meinen Vertreter der Hirnliga, weniger als medizinisches Problem und behandelbare Krankheit. Bei adäquater Therapie könne jedoch der Pflegebedarf verzögert werden, was Kosten sparen würde.
Nationaler Demenzplan
Daher sprechen sich Experten der Hirnliga dafür aus, Krankenkassen und Pflegekassen zusammenzulegen, um vorhandene Hemmnisse bei der Therapie und Pflege Demenzkranker zu beseitigen.
Professor Ralf Ihl aus Krefeld forderte einen nationalen Demenzplan wie in Frankreich oder in den USA. "Wir müssen all die Aktionen, die wir in der Republik gegen Demenz unternehmen, sei es auf politisch-lokaler Ebene oder auf Forschungsebene, koordinieren!", sagte Ihl.
Ein nationaler Demenzplan solle Ziele vorgeben. Die erforderlichen finanziellen Mittel, um diese zu erreichen, sollten bereitgestellt werden. Letztlich müsse dies dann auch auf europäischer Ebene angegangen werden.
Derzeit leiden etwa 1,4 Millionen Menschen in Deutschland an Demenz, davon 60 Prozent am Alzheimer-Typ. Für 2050 wird prognostiziert, dass sich die Zahl der Alzheimer-Patienten verdoppelt oder gar verdreifacht haben wird.
Quelle: Ärztezeitung online
Autor: Cornelia Schulze
