Krankenpfleger sind heiß begehrt
Datum: 27.12.2010
Krankenpfleger sind heiß begehrt
Die Nachfrage nach qualifiziertem Pflegepersonal ist groß. Mit übertariflicher Bezahlungen werden sie teilweise schon während der Ausbildung in die Krankenhäuser gelockt.
Kreis Groß-Gerau. Mit zwei Krankenhäusern, dem des Kreises in Groß-Gerau (220 Betten) und dem in Rüsselsheim (521 Betten), sind die knapp 254 000 Einwohner gut versorgt. Das werden die Politiker nicht müde, zu betonen.
Allerdings treibt eine Frage Sorgenfalten auf die Gesichter der Verantwortlichen: Gibt es in den Krankenhäusern und den zahlreichen ambulanten Pflegeeinrichtungen genügend qualifizierte Kräfte, um alle Bürger zu versorgen? In der Opelstadt kümmern sich rund 500 Schwestern und Pfleger um das Wohl der Patienten, in der Kreisstadt sind es laut Verwaltung etwa 170.
Das soll auch so bleiben, heißt es aus beiden Krankenhäusern. Doch die Verantwortlichen in beiden Häusern wissen, dass dies in Zukunft schwer werden wird.
Übertarifliche Bezahlung
«Die ausgebildeten Schwestern und Pfleger können sich ihren Arbeitsplatz aussuchen», hieß es in der Groß-Gerauer Verwaltung. Die spatzen pfeifen es von den Dächern, dass einzelne Einrichtungen massiv versuchen, Pflegepersonal schon während der Ausbildung abzuwerben. Übertarifliche Bezahlung ist dabei die weit verbreitete Ansage. Aber geworben wird auch mit dem Angebot attraktive Wohnungen zu stellen oder besonderer Berücksichtigung von Freizeitwünschen.
Im vergangenen Jahr wurden, so das Statistische Landesamt in Wiesbaden, elf Prozent mehr Frauen und Männer im Pflegedienst beschäftigt.
Noch nie haben private Einrichtungen, vom ambulanten Pflegedienst bis hin zum Alten- und Pflegeheim so viel Personal gesucht wie im abgelaufenen Jahr.
«2500 neue Mitarbeiter kamen in dies Berufsfeld», sagt der Statistiker Markus Seese. «Der Arbeitsplatzgewinn bei den stationären Pflegeeinrichtungen war ebenfalls so hoch wie nie. Hier entstanden mit 3400 neuen Arbeitsplätzen gut neun Prozent mehr gegenüber Ende 2007. 60 Prozent oder 2050 Stellen fielen auf den Pflege- und Betreuungsbereich, der um mehr als acht Prozent zulegen konnte und damit so stark wie seit 2001 nicht mehr», so Seese weiter.
Angesichts dieser Entwicklung legen die beiden Krankenhäuser im Kreis verstärkt Wert auf die Ausbildung von Pflegepersonal in den eigenen Reihen. Verwaltungschef Wolfgang Wilhelm vom Kreiskrankenhaus Groß-Gerau: «Wir haben eine gemeinsame Pflegeschule am Alice-Hospital vom Roten Kreuz in Darmstadt. Das läuft für uns gut, denn die praktische Ausbildung leisten unsere eigenen Leute. Nur die Theorie und einige Spezialgebiete sind nach Darmstadt verlagert.»
Schlechte Bewertung
Das Gesundheits- und Pflegezentrum Rüsselsheim bildet an der eigenen Krankenpflegeschule aus. Im Internet überwiegen die negativen Erfahrungen im Krankenhaus der Opelstadt. Schlechte Betreuung auf der Kinderstation ebenso wie bei Senioren, unfreundliche Schwestern und Pfleger sind die Kritikpunkte. Aber auch die Ärzte bekommen ihr Fett weg. Nur wenige Patienten schreiben von guter oder gar hervorragender Pflege, die meisten unterstellen den Ärzten des Krankenhauses «Inkompetenz» (http://www.klinikbewertungen.de).
Anders sieht es in Groß-Gerau aus. Hier gibt es nur wenige Beschwerden, die sich allerdings auf Allgemeinplätze beziehen. Die Gesamtzufriedenheit der Patienten wird mit drei von sechs Sternen bewertet. sc (sc)
Kreis Groß-Gerau. Mit zwei Krankenhäusern, dem des Kreises in Groß-Gerau (220 Betten) und dem in Rüsselsheim (521 Betten), sind die knapp 254 000 Einwohner gut versorgt. Das werden die Politiker nicht müde, zu betonen.
Allerdings treibt eine Frage Sorgenfalten auf die Gesichter der Verantwortlichen: Gibt es in den Krankenhäusern und den zahlreichen ambulanten Pflegeeinrichtungen genügend qualifizierte Kräfte, um alle Bürger zu versorgen? In der Opelstadt kümmern sich rund 500 Schwestern und Pfleger um das Wohl der Patienten, in der Kreisstadt sind es laut Verwaltung etwa 170.
Das soll auch so bleiben, heißt es aus beiden Krankenhäusern. Doch die Verantwortlichen in beiden Häusern wissen, dass dies in Zukunft schwer werden wird.
Übertarifliche Bezahlung
«Die ausgebildeten Schwestern und Pfleger können sich ihren Arbeitsplatz aussuchen», hieß es in der Groß-Gerauer Verwaltung. Die spatzen pfeifen es von den Dächern, dass einzelne Einrichtungen massiv versuchen, Pflegepersonal schon während der Ausbildung abzuwerben. Übertarifliche Bezahlung ist dabei die weit verbreitete Ansage. Aber geworben wird auch mit dem Angebot attraktive Wohnungen zu stellen oder besonderer Berücksichtigung von Freizeitwünschen.
Im vergangenen Jahr wurden, so das Statistische Landesamt in Wiesbaden, elf Prozent mehr Frauen und Männer im Pflegedienst beschäftigt.
Noch nie haben private Einrichtungen, vom ambulanten Pflegedienst bis hin zum Alten- und Pflegeheim so viel Personal gesucht wie im abgelaufenen Jahr.
«2500 neue Mitarbeiter kamen in dies Berufsfeld», sagt der Statistiker Markus Seese. «Der Arbeitsplatzgewinn bei den stationären Pflegeeinrichtungen war ebenfalls so hoch wie nie. Hier entstanden mit 3400 neuen Arbeitsplätzen gut neun Prozent mehr gegenüber Ende 2007. 60 Prozent oder 2050 Stellen fielen auf den Pflege- und Betreuungsbereich, der um mehr als acht Prozent zulegen konnte und damit so stark wie seit 2001 nicht mehr», so Seese weiter.
Angesichts dieser Entwicklung legen die beiden Krankenhäuser im Kreis verstärkt Wert auf die Ausbildung von Pflegepersonal in den eigenen Reihen. Verwaltungschef Wolfgang Wilhelm vom Kreiskrankenhaus Groß-Gerau: «Wir haben eine gemeinsame Pflegeschule am Alice-Hospital vom Roten Kreuz in Darmstadt. Das läuft für uns gut, denn die praktische Ausbildung leisten unsere eigenen Leute. Nur die Theorie und einige Spezialgebiete sind nach Darmstadt verlagert.»
Schlechte Bewertung
Das Gesundheits- und Pflegezentrum Rüsselsheim bildet an der eigenen Krankenpflegeschule aus. Im Internet überwiegen die negativen Erfahrungen im Krankenhaus der Opelstadt. Schlechte Betreuung auf der Kinderstation ebenso wie bei Senioren, unfreundliche Schwestern und Pfleger sind die Kritikpunkte. Aber auch die Ärzte bekommen ihr Fett weg. Nur wenige Patienten schreiben von guter oder gar hervorragender Pflege, die meisten unterstellen den Ärzten des Krankenhauses «Inkompetenz» (http://www.klinikbewertungen.de).
Anders sieht es in Groß-Gerau aus. Hier gibt es nur wenige Beschwerden, die sich allerdings auf Allgemeinplätze beziehen. Die Gesamtzufriedenheit der Patienten wird mit drei von sechs Sternen bewertet. sc (sc)
Autor: Cornelia Schulze
