Pflegeengpass ist jetzt statistisch

Datum: 06.12.2010

Pflegeengpass ist jetzt statistisch


Neueste Modellrechnungen des Statistischen Bundesamtes
Der demografische Wandel wird zu einem Personalmangel bei Pflegekräften führen: Im Jahr 2025 werden rund 152.000 Beschäftigte in Pflegeberufen fehlen, um die dann zu erwartende Zahl an Krankenhauspatientinnen und -patienten und Pflegebedürftigen versorgen zu können.
Dies zeigen Modellrechnungen des Statistischen Bundesamtes und des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), die am Montag in Wiesbaden veröffentlicht wurden.

Umgerechnet auf die volle tarifliche Arbeitszeit entsprecht dies etwa 112.000 Pflegevollkräften in Krankenhäusern, ambulanten und teilstationären Pflegeeinrichtungen.

Den Modellrechnungen zufolge stehen in 15 Jahren einem Bedarf an 940.000 Pflegevollkräften lediglich rund 828.000 Pflegevollkräfte auf der Angebotsseite gegenüber.

Seit 2005 Arbeitskräftemangel

Berechnungen des BIBB auf Grundlage des Mikrozensus ergeben, dass 2005 rund drei Viertel der ausgebildeten Pflegekräfte in ihrem erlernten Beruf arbeiteten. Hierzu zählen Gesundheits- und Krankenpfleger einschließlich Hebammen und Entbindungspfleger, Gesundheits- und Krankenpflegehelfer sowie Altenpfleger. Diese Berufsgruppen stellten aber nur rund 56 Prozent aller Beschäftigten in Pflegeberufen dar.

Bereits im Jahr 2005 hätte es einen Arbeitskräftemangel gegeben, wenn nur ausgebildete Pflegekräfte berücksichtigt worden wären: 39.000 ausgebildete Pflegevollkräfte haben gefehlt. Bislang konnte der Bedarf an Pflegepersonal aber noch über ungelernte beziehungsweise angelernte Pflegekräfte kompensiert werden.

Autor: Cornelia Schulze

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