Feuerwehrübung im Altersheim

Datum: 12.09.2010

Feuerwehrübung im Altersheim


Zusammen mit dem Pflegepersonal übt die Bochumer Feuerwehr nun zweimal pro Woche für den Ernstfall. Und das ist gut so, denn wenn es mal wirklich brennt, muss alles schnell gehen. In Altersheim im Glockengarten wird jetzt desöfteren geübt, wie der westen.de berichtet.
Um die Übung in einer solchen Umgebung möglichst „realitätsnah“ zu gestallten, hatte die Heimleitung zuvor in dem still gelegten Gebäude eine Station für zwölf Personen mit alten Betten und Möbeln wiederhergestellt.
Pflegepersonal weiß Bescheid
„Optimale Übungsbedingungen“ also, wie es der Feuerwehrsprecher Simon Heußen nannte. Doch nicht nur die Brandschützer waren gefragt, auch das Pflegepersonal wurde in die Übung integriert. Denn, um im Falle des Falles eine reibungslosen Zusammenarbeit mit der Feuerwehr zu ermöglichen, muss das Pflegepersonal vorab die richtigen Maßnahmen treffen. Statt sich auf den automatisch Brandalarm zu verlassen, werden die Mitarbeiter beispielsweise ausgebildet, einen „richtigen Notruf“ abzusetzen, der die Zentrale mit allen notwendigen Information zur Situation versorgt. So könne die Feuerwehr auch einen Fehlalarm ausschließen und den Einsatz „ein paar Stufen höher fahren“, erklärt Simon Heußen.
Bettlägrige schnell retten
Auch das Evakuieren der Bewohner will geübt sein, denn bis der Löschzug eintrifft, liegt es in der Hand der Pfleger, die oft immobilen Bewohner schnellstmöglich aus den noch zugänglichen Räumen in Sicherheit zu bringen. Bettlägerige werden dabei vom Lattenrost herunter, und samt Matratze hinter die nächste Feuertür gezogen.
Aus dem Effeff
Damit sowohl die Brandschützer, als auch das Pflegepersonal die notwendigen Schritte „aus dem Effeff“ beherrschen, werden bis Ende des Jahres, nach und nach die 350 Bochumer Feuerwehrmänner, sowie die rund 600 Angestellten der drei städtischen Altersheime an solch einer Übung teilnehmen.
Fortbildungen reichen nicht
Zwar stehen jedes Jahr Fortbildungen zum Verhalten bei Feuer auf dem Programm, doch bis jetzt haben sich die Bochumer-Pflegedienstmitarbeiter nur mit Hilfe von Video- und Textmaterial auf den Ernstfall vorbereiten können. Die Stimmung, die bei einem „echten“ Einsatz entsteht, konnten sie dem bei weitem nicht entnehmen. Denn die lauten Rufe der Feuerwehrleute, das Auf- und Zuschlagen der Türen zwischen Löschversuchen, der viele Qualm, sowie das stetige Rauschen der Atemanlage, erzeugen in der Summe eine gruselige Atmosphäre, die beim Betrachten eines Videos nicht nachzuempfinden ist.

Autor: Cornelia Schulze

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